April 30, 2024

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Aufgrund von Lieferkettenproblemen diversifizieren und verlagern deutsche Unternehmen – DIHK

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Eine Umfrage vom Dienstag ergab, dass mehr als die Hälfte der im Ausland tätigen deutschen Unternehmen ernsthafte Lieferketten- oder Logistikprobleme haben, die sie dazu veranlassen, ihre Lieferanten zu diversifizieren, Lieferwege zu verkürzen und ihre Produktion zu verlagern.

Die deutsche Wirtschaft, die größte in Europa, hat sich im letzten Jahrzehnt vor dem Hintergrund der Globalisierung erholt. Aber pandemiebedingte Störungen im globalen Netzwerk von Lieferketten, die einst ihren Wachstumsmotor ankurbelten, erweisen sich jetzt als ernsthaft anfällig.

Der Mangel an Halbleitern und anderen Industriekomponenten droht die wirtschaftliche Erholung Deutschlands zu blockieren und zwingt die Führungskräfte, die Lieferlinien zu überdenken und die Abhängigkeit von einer Handvoll asiatischer und amerikanischer Zulieferer zu verringern.

Die DIHK-Umfrage unter 3.200 seiner im Ausland tätigen Mitglieder zeigt, dass sich Lieferkettenprobleme im Welthandel verschlimmern: Mehr als die Hälfte der Unternehmen berichten von Lieferketten- oder Logistikproblemen, 14 % mehr als im Frühjahr.

„Der weltweit steigenden Nachfrage stehen derzeit unzureichende Produktionskapazitäten und Transportprobleme gegenüber“, sagt Volker Trier, Handelsexperte beim DIHK.

Die Ursachen für die Störungen sind vielfältig und reichen von fehlenden Containern und Ladekapazitäten auf Schiffen über Produktionsstopps aufgrund von COVID-Beschränkungen bis hin zu fehlenden Komponenten.

Laut Trier seien Lieferkettenunterbrechungen auch auf gravierende handelspolitische Verzerrungen anderer Regierungen zurückzuführen, etwa auf Vorschriften, die deutsche Unternehmen zwingen, nur bestimmte Vorleistungsgüter im Inland zu produzieren.

Die Umfrage ergab, dass 54 % der Unternehmen angesichts dieser Probleme eine Anpassung der Lieferketten planen oder bereits getan haben.

Von diesen Unternehmen suchen 72 % nach neuen oder zusätzlichen Lieferanten, 32 % planen eine Verkürzung oder Änderung der Liefermethoden und 15 % sind entschlossen, die eigene Produktion zu verlagern.

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Wichtige Kriterien bei der Suche nach neuen Produktionsstandorten sind die Verfügbarkeit von Fachkräften (54%), die geografische Lage des Produktionsstandortes (43%) und wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Steuern, Zölle oder Strafen (43%).

Besonders dramatisch ist die Situation für deutsche Unternehmen, die in Großbritannien Geschäfte machen: 77 % dieser Unternehmen gaben an, ihre Lieferketten anpassen zu müssen.

Von diesen Unternehmen gaben 93% an, dass sie sich gezwungen sahen, die Liefermethoden zu ändern, und 39% sagten, sie planten, die Produktion zu verlagern, hauptsächlich aufgrund neuer Handelshemmnisse nach dem Brexit.

(Berichterstattung von Michael Nienber; Redaktion von William MacLean)

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