August 19, 2026

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Asus verwandelt Fahrräder in E-Bikes: Bike Booster wird einfach an der Sattelstütze befestigt

Asus verwandelt Fahrräder in E-Bikes: Bike Booster wird einfach an der Sattelstütze befestigt

Mit dem Oxiis E250G1 erweitert Asus sein Sortiment um ein ungewöhnliches Zubehör für Fahrräder. Der kompakte Bike Booster kombiniert Elektromotor und Akku und soll ein herkömmliches Fahrrad in kurzer Zeit in ein E-Bike verwandeln. Die Lösung setzt auf einen Reibungsantrieb am Hinterrad und erfordert keine grundlegenden Änderungen an Schaltung oder Bremsen.

Asus Oxiis E250G1 macht normale Fahrräder elektrisch

Der taiwanische Elektronikhersteller Asus ist vor allem für Computer, Komponenten und Unterhaltungselektronik bekannt. Mit dem Oxiis E250G1 steigt das Unternehmen nun stärker in den Bereich der elektrischen Mobilität ein.

Das System wird direkt an der Sattelstütze eines gewöhnlichen Fahrrads befestigt. Laut Asus soll die Montage weniger als eine Minute dauern. Erforderlich sind lediglich ein passender Adapter für die Sattelstütze und ein Innensechskantschlüssel.

Schaltung und Bremsanlage des Fahrrads bleiben dabei unverändert. Dadurch soll sich das System vergleichsweise unkompliziert montieren und wieder entfernen lassen.

Reibungsantrieb über das Hinterrad

Die Motorleistung wird über eine Rolle direkt auf den Hinterreifen übertragen. Ähnliche Reibungsantriebe werden bereits bei anderen Nachrüstlösungen für Fahrräder eingesetzt.

Die Konstruktion bringt allerdings Einschränkungen mit sich. Fahrräder mit Schutzblechen oder größeren Gepäckträgern über dem Hinterrad können für das System ungeeignet sein. Asus sieht den Bike Booster deshalb vor allem für Falträder, Rennräder und Gravelbikes vor.

Nach Herstellerangaben ist das System mit Reifenbreiten von bis zu 60 Millimetern sowie Laufradgrößen zwischen 16 und 29 Zoll kompatibel.

Elektromotor bietet 250 Watt Dauerleistung

Der Motor des Oxiis E250G1 erreicht eine Dauerleistung von 250 Watt. Kurzzeitig sollen bis zu 500 Watt Spitzenleistung möglich sein.

Je nach Ausführung beträgt die maximale Geschwindigkeit mit elektrischer Unterstützung 25 oder 32 km/h. Für den deutschen Markt ist insbesondere die Variante mit Unterstützung bis 25 km/h relevant, da sie den üblichen Geschwindigkeitsvorgaben für Pedelecs entspricht.

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Eine bekannte Schwachstelle von Reibungsantrieben ist das mögliche Durchrutschen der Antriebsrolle auf dem Hinterreifen, insbesondere bei nassen Straßen. Asus will diesem Problem mit einer dynamischen Anpassung des Anpressdrucks entgegenwirken.

Kein Drehmomentsensor an Bord

Auf einen Drehmomentsensor verzichtet Asus bei seinem Nachrüstantrieb. Solche Sensoren messen normalerweise, wie stark der Fahrer in die Pedale tritt, und ermöglichen dadurch eine besonders natürliche Anpassung der Motorunterstützung.

Stattdessen verwendet Asus einen Trittfrequenzsensor sowie einen Neigungssensor. Wie sich diese Kombination auf das tatsächliche Fahrgefühl auswirkt, muss sich im praktischen Einsatz zeigen.

158-Wh-Akku soll bis zu 50 Kilometer Reichweite bieten

Der herausnehmbare Akku verfügt über eine Kapazität von 158 Wattstunden. Damit fällt der Energiespeicher deutlich kleiner aus als bei vielen klassischen E-Bikes, deren Akkus häufig mehr als 500 Wattstunden bieten.

Trotzdem nennt Asus im Eco-Modus eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Die tatsächliche Distanz dürfte stark von Faktoren wie Unterstützungsstufe, Streckenprofil, Fahrergewicht, Geschwindigkeit und Außentemperatur abhängen.

Wer regelmäßig stärkere Motorunterstützung nutzt oder viele Steigungen bewältigt, muss daher mit einer geringeren Reichweite rechnen.

Aufladen über USB-C mit bis zu 100 Watt

Ein praktisches Merkmal ist der herausnehmbare Akku. Dieser kann unabhängig von der Antriebseinheit geladen werden.

Über den integrierten USB-C-Anschluss lassen sich Ladegeräte mit einer Leistung von bis zu 100 Watt verwenden. Damit kann beispielsweise auch ein entsprechend leistungsfähiges Notebook-Netzteil genutzt werden. Asus zufolge soll der Ladevorgang weniger als zwei Stunden dauern.

Die geringe Akkukapazität kann außerdem beim Transport Vorteile bieten. Bei Flugreisen gelten für Lithium-Ionen-Akkus jedoch unterschiedliche Sicherheitsvorschriften. Nutzer sollten deshalb vor einer Reise die jeweiligen Bestimmungen der Fluggesellschaft prüfen.

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Technologiehersteller erweitern ihr Angebot

Dass ein traditioneller Computerhersteller Zubehör für Fahrräder entwickelt, erscheint zunächst ungewöhnlich. Allerdings erweitern Technologieunternehmen ihre Produktpalette zunehmend um Lösungen für elektrische Mobilität. Auch E-Scooter und andere kompakte Elektrofahrzeuge gehören inzwischen zum Angebot verschiedener Elektronikhersteller.

Asus verfolgt mit dem Oxiis E250G1 einen Ansatz, bei dem kein komplett neues E-Bike erforderlich ist. Stattdessen soll ein vorhandenes Fahrrad mit überschaubarem Aufwand elektrifiziert werden können.

Ob sich der Bike Booster langfristig durchsetzt, dürfte vor allem von Reichweite, Fahrgefühl und der Zuverlässigkeit des Reibungsantriebs bei unterschiedlichen Wetterbedingungen abhängen. Das kompakte Konzept bietet jedoch eine interessante Möglichkeit für Radfahrer, die ihr bestehendes Fahrrad ohne umfangreiche Umbauten mit elektrischer Unterstützung ausstatten möchten.

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