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Meuterei und Proteste: Malis Präsident von Soldaten verhaftet

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Meuterei und Proteste: Malis Präsident von Soldaten verhaftet

Malische Soldaten haben den Präsidenten und Premierminister des westafrikanischen Landes festgenommen. Es ist immer noch unklar, wer hinter der Meuterei steckt. Die Ex-Kolonialmacht Frankreich reagiert besorgt.

Von Dunja Sadaqi, ARD-Studio Nordwestafrika

In Mali, Westafrika, wurden der Präsident des Landes, Ibrahim Boubacar Keita, und sein Premierminister, Boubou Cissé, nach einer Meuterei von Soldaten festgenommen. Mehrere Nachrichtenagenturen berichten dies einstimmig.

Laut einem Militärvertreter wurden die beiden Politiker in einem gepanzerten Fahrzeug zu Kati gebracht. Im Jahr 2012 spielte die Basis am Rande der Hauptstadt Bamako eine Schlüsselrolle bei einem Machtwechsel im Land. Dort begann ein Militärputsch, durch den Präsident Keita an die Spitze der politischen Führung aufstieg.

Demonstranten feiern das Militär

Mehrere Soldaten sollen erneut die Kontrolle über Kati übernommen und dann in einer Militärkolonne bewaffnet in Richtung Hauptstadt gefahren sein. Lokale Medien berichten, dass das Militär dort Barrikaden errichtet hat. Andere Minister und hochrangige Beamte wurden ebenfalls festgenommen.

Inzwischen versammelten sich Tausende Mitglieder der M5-Protestbewegung in den Straßen der Hauptstadt Bamako. Ein Demonstrant sagte das ARDSie begrüßen die Tatsache, dass das malische Militär hinter der Protestbewegung steht. Der genaue Hintergrund und die Situation vor Ort sind jedoch noch unklar.

Frankreich fordert ein Ende der Meuterei

Sowohl die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS als auch die Ex-Kolonialmacht Frankreich äußerten sich besorgt. Sie baten die Soldaten, die Arme niederzulegen und in ihre Kaserne zurückzukehren.

Westafrikanisches Mali befindet sich seit Monaten in einer schweren politischen Krise. Präsident Keita steht unter massivem Druck. Eine breite soziale Protestbewegung geht seit Monaten massenhaft auf die Straße und fordert seinen Rücktritt. Die Demonstranten werfen ihm unter anderem vor, die schlechte Sicherheitslage im Land nicht in den Griff zu bekommen. Internationale Vermittlungsversuche sind bisher gescheitert.

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Bundeswehr auch in Mali stationiert

Im Jahr 2012 brachten verschiedene bewaffnete Gruppen Nordmali gewaltsam unter ihre Kontrolle. Obwohl die Ex-Kolonialmacht Frankreich zu dieser Zeit militärisch intervenierte, kämpft das Land seitdem um Stabilität. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden getötet und Hunderttausende Menschen flohen. Zehntausende internationale Soldaten sind vor Ort, darunter auch die Bundeswehr.


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