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AIDS-Experten: HIV-Infektionen sollten früher erkannt werden

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Die Coronavirus-Pandemie droht jahrelang den Kampf gegen HIV und AIDS zu etablieren.

Das Programm der Vereinten Nationen zu HIV / AIDS (UNAIDS) befürchtet, dass gefährdete Personen in vielen Ländern aufgrund von Ausreisebeschränkungen nicht getestet worden wären und die Infizierten sich nicht selbst mit Medikamenten versorgen könnten. Laut dem UNAIDS-Bericht vom Welt-Aids-Tag am 1. Dezember könnten bis Ende 2022 fast 300.000 zusätzliche HIV-Infektionen auftreten und fast 150.000 weitere Infizierte sterben.

Probleme beim Testen und bei der Therapie sind nicht nur an abgelegenen Orten und nicht nur wegen der Pandemie. In Deutschland hat die Zahl der Neuinfektionen im vergangenen Jahr erstmals seit 2015 wieder zugenommen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin berichtet. Schätzungsweise 2.600 Menschen wurden neu mit dem HI-Virus infiziert, 100 mehr als im Vorjahr. 380 infizierte Menschen starben; Seit Beginn der Epidemie in den 1980er Jahren gab es fast 30.000. RKI-Informationen basieren auf Modellberechnungen, da HIV häufig erst Jahre nach der Infektion diagnostiziert wird.

Es sollte mehr Evidenzangebote geben und der Eintritt in die Therapie sollte garantiert sein, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Etwa ein Drittel der Diagnosen wird nur gestellt, wenn die Immunschwäche fortgeschritten ist, und etwa 15 Prozent nur, wenn AIDS vollständig diagnostiziert ist. Die Zahl der Spätdiagnosen sei tragisch, sagte Sven Warminsky von der Deutschen FHV. Ärzte müssen geschult werden, um HIV mit größerer Wahrscheinlichkeit als Krankheitsursache zu betrachten.

In der europäischen Region der WHO mit 53 Ländern gab es 2019 fast 136.500 neue HIV-Diagnosen, 1,7 Millionen weltweit. Schätzungsweise zwölf Millionen Infizierte weltweit haben keinen Zugang zu Medikamenten.

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In der Hauptgruppe der Betroffenen in Deutschland, schwule und bisexuelle Männer, stagnierte die Zahl der Neuinfektionen nach Jahren des Rückgangs. Geringe Erhöhungen wurden bei der heterosexuellen Übertragung und bei Drogenkonsumenten mit Spritzen beobachtet.

Schätzungen zufolge lebten Ende 2019 rund 90.700 HIV-Infizierte in Deutschland, von denen rund 10.800 nichts wussten. Ungefähr 3.100 Menschen wurden trotz der Diagnose HIV nicht behandelt. 96 Prozent der HIV-Infizierten erhalten eine antiretrovirale Therapie. Laut RKI ist es fast immer erfolgreich – Menschen sind nicht mehr ansteckend.

Auch in ganz Europa gibt es immer mehr Betroffene, die nichts über ihre Infektion wissen. Mehr als die Hälfte der Infektionen wird zu einem späten Zeitpunkt diagnostiziert, wenn das Immunsystem bereits versagt hat, berichteten das Europäische Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Vier Fünftel der neu diagnostizierten Personen lebten im östlichen Teil der Region. Es umfasst 900 Millionen Menschen in 53 Ländern, darunter Russland, die Türkei und Usbekistan sowie EU-Länder.

© dpa-infocom, dpa: 201126-99-472499 / 3

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