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Die Lösung für den Arbeitskräftemangel in Deutschland? – DW – 06.04.2024

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Die Lösung für den Arbeitskräftemangel in Deutschland?  – DW – 06.04.2024

Mit der Einführung eines neuen Punktesystems, dem sogenannten Zufallskarte, Deutschland Er möchte qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland anwerben und schließlich einstellen Fachkräftemangelmit einem ähnlichen Ansatz dazu Kanada oder Australien. Die DW erklärt, wie das am 1. Juni eingeführte System funktionieren soll und wo einige Experten Mängel sehen.

Wie funktioniert die Chance Card?

Ab dem 1. Juni 2024 können Arbeitssuchende aus Nicht-EU-Ländern mit der sogenannten Opportunity Card nach Deutschland einreisen. Dies bedeutet, dass sie nicht bereits über einen Arbeitsvertrag verfügen müssen. anstatt, Sie haben ein Jahr Zeit, um einen Job zu finden. Voraussetzung für den Erhalt der Opportunity Card ist eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder ein Hochschulabschluss sowie Grundkenntnisse der deutschen Sprache auf dem Niveau „A1“ oder der englischen Sprache auf dem weiterführenden Niveau „B2“.

Die Punktevergabe richtet sich nach Berufserfahrung, Sprachkenntnissen, Alter und früheren Verbindungen nach Deutschland. Wer sich für einen Arbeitsplatz in einem Gebiet mit einem gewissen Arbeitskräftemangel qualifiziert, erhält zusätzliche Punkte. Abhängig von den Umständen kann die Arbeitssuchfrist um maximal zwei Jahre verlängert werden.

Wie viel sollten Bewerber verdienen?

Arbeitssuchende müssen dafür sorgen, dass sie ihren Lebensunterhalt sichern können. Nur wer irgendwann Arbeit findet, darf in Deutschland bleiben. Voraussetzung ist jedoch, dass Sie über ein Jahresbruttogehalt von mindestens 40.770 Euro verfügen. Bei der Arbeitssuche ist es Bewerbern gestattet, in Teilzeit (d. h. bis zu 20 Stunden pro Woche) zu arbeiten.

Einwanderung: Kann Deutschlands neue „Green Card“ funktionieren?

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Die Opportunity Card ist Bestandteil des deutschen Einwanderungsgesetzes für Fachkräfte. Der Gesetzentwurf wurde 2020 von der damals regierenden Großen Koalition aus Christdemokraten (CDU) und Sozialdemokraten (SPD) verabschiedet, um Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern anzulocken.

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Was hat sich für den Westbalkan geändert?

Seit dem 1. Juni haben Arbeitnehmer aus den Westbalkan-Ländern mehr Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, auch wenn sie die oben genannten Kriterien nicht erfüllen. Allerdings müssen sie vor der Einreise einen Arbeitsvertrag vorlegen können.

Bisher konnten jährlich 25.000 Arbeitskräfte aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien über die sogenannte Westbalkan-Regelung nach Deutschland einreisen. Dieses jährliche Kontingent wurde nun auf 50.000 erhöht.

Warum gibt es in Deutschland nicht genügend Fachkräfte?

Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Hill benötigt Deutschland bis 2035 sieben Millionen zusätzliche Fachkräfte, ein Ziel, das ohne Zuwanderung nicht zu erreichen wäre. Besonders betroffen sind Branchen wie die Pflege sowie die Lebensmittel- und Getränkebranche. Es gibt auch einen Mangel an IT-Fachkräften.

Für diesen Mangel gibt es verschiedene Gründe. Deutschland hat eine alternde Bevölkerung, wobei die Babyboom-Generation der Nachkriegszeit das Rentenalter erreicht. Darüber hinaus entstehen im Bereich der Digitalisierung neue Arbeitsplätze und Branchen, in denen es an Fachkräften mangelt.

Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums blieben Arbeitsplätze in der Altenpflege und in der Baustoffproduktion durchschnittlich 251 bzw. 249 Tage unbesetzt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt, dass sich die Kosten des Fachkräftemangels allein im Jahr 2024 auf 49 Milliarden Euro belaufen werden.

Eine schwächelnde Wirtschaft bedeutet weniger Arbeitsplätze

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Zahlen etwas verbessert: Die Bundesagentur für Arbeit (BfA) meldete für April 2024 701.000 offene Stellen, rund 70.000 weniger als im Jahr 2023. Laut ifo-Institut für Wirtschaftsforschung gab es einen leichten Rückgang bei Fachkräften Arbeitskräftemangel: Etwa 36,3 % der befragten Unternehmen meldeten Arbeitskräftemangel, im Vergleich zu 43,6 % im Vorjahr.

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Experten gehen davon aus, dass die Kosten des Fachkräftemangels Milliarden Euro erreichen werdenFoto: Monika Skolimowska/DPA/Alliance Image

Allerdings ist der leichte Rückgang offenbar keine gute Nachricht, da er vor allem auf die Abschwächung der deutschen Wirtschaft zurückzuführen ist. Nach Einschätzung des Ifo-Instituts-Experten Klaus Wohlrabe wird der Fachkräftemangel mit einer Erholung der Wirtschaft wieder zunehmen.

Was sind die Nachteile?

Trotz all dieser Neuerungen bleiben Migrationsforscher skeptisch. Im Interview mit der Rheinischen Post geht Herbert Bröcker vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) davon aus, dass die Auswirkungen begrenzt sein werden. Mit Ausnahme von beispielsweise Kanada bietet Deutschland nur die Möglichkeit, Arbeit zu finden. Das Punktesystem Kanadas macht es jedoch einfacher, eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, was diese attraktiver macht.

Darüber hinaus brachte die Opportunity Card keine nennenswerte Erleichterung, da Arbeitssuchende auf der ganzen Welt bereits über Telefonkonferenzen mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt traten und über Facetime oder Zoom Jobs bekamen. Andere seien als Touristen nach Deutschland eingereist und hätten während ihres Aufenthalts begonnen, nach Arbeit zu suchen, sagte Brucker.

Künstliche Intelligenz bekämpft Arbeitskräftemangel

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) weist bereits auf einige Probleme bei den Vorgaben hin. Beispielsweise ist das Konzept einer formal anerkannten Berufsausbildung in einigen Ländern nicht üblich, in denen junge Menschen ihre Fähigkeiten durch informelle Ausbildung am Arbeitsplatz erlernen. Darüber hinaus müssen Arbeitssuchende nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt auch ohne Unterstützung sichern können. Der DGB erwartet daher von der neuen Politik kaum „positive Auswirkungen“.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Deutsch verfasst.

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