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Erste Hilfe bei AIDS – Basler HIV-Selbsttest in Afrika

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Die Gehzeiten verhindern, dass potenziell infizierte Personen getestet werden. Dem muss nun entgegengewirkt werden.

Basler bekämpft HIV in Afrika. Selbsttests sollten dabei helfen. (Symbolbild)

Foto: Hans Reniers

Wenn jemand mit HIV infiziert werden kann, sollte er getestet werden. Die Gehzeiten hindern viele Menschen in Afrika daran, zum Arzt zu gehen. Eine Basler Forschungsgruppe konnte nun Testkampagnen dank HIV-Selbsttests, wie von der Universität Basel und dem Schweizer TPH angekündigt, deutlich verbessern.

Je früher jemand von einer HIV-Infektion erfährt, desto besser. Obwohl HIV heute noch unheilbar ist, kann die moderne Medizin das Virus effektiv verdrängen – so stark, dass die betroffene Person praktisch nicht mehr ansteckend ist.

Die Diagnose bleibt jedoch eine Herausforderung, insbesondere in abgelegenen Regionen, in denen die Entfernung zu Kliniken und Testzentren groß ist. In Lesotho, Südafrika, werden schätzungsweise 15 Prozent der Infektionen unentdeckt bleiben.

Um den Zugang zu Gesundheitsdiensten und HIV-Tests zu erleichtern, organisieren Gesundheitszentren regelmäßig Tür-zu-Tür-Kampagnen. Dies sind jedoch nur etwa zwei Drittel der Dorfbevölkerung. Ein Team aus Basel entwickelte nun eine Strategie, mit der die Testabdeckung um 20 Prozent verbessert werden konnte: Wenn Dorfbewohner bei Hausbesuchen abwesend waren, hinterließen sie Selbsttests mit Informationsmaterial in der Landessprache.

Besonders erfolgreich bei jungen Menschen

Die in der Fachzeitschrift “The Lancet HIV” veröffentlichte Studie umfasste über 150 Dörfer in Lesotho mit mehr als 7.000 Dorfbewohnern. “Mit 81 Prozent war die Gesamtpopulation an HIV-Tests in der Interventionsgruppe um 20 Prozent höher als in der Kontrollgruppe”, sagte die Biostatistin Tracy Glass vom Schweizerischen Institut für Tropen und öffentliche Gesundheit (Swiss TPH). Der Prozentsatz der Jugendlichen, die ihren HIV-Status kannten, war in der Interventionsgruppe um 36 Prozent höher als in der Kontrollgruppe.

Weltweit lebten 2019 etwa 38 Millionen Menschen mit HIV, und 690.000 starben an AIDS, das durch das Virus verursacht wurde. Gleichzeitig gab es 1,7 Millionen Neuinfektionen, die Hälfte davon in Afrika.

“Insbesondere in ländlichen Gebieten ist eine Alternative zu herkömmlichen Gesundheitskampagnen erforderlich, um eine optimale Testabdeckung zu erreichen”, sagte Niklaus Labhardt von der Universität Basel und dem Schweizer ZPT. Die von seinem Team demonstrierte Strategie ist ein wichtiger Baustein zur Beendigung der HIV-Epidemie in Südafrika.

SDA / rep

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