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Sondergipfel: EU genehmigt Sanktionen gegen Belarus

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Der EU-Sondergipfel ebnete nach einer einwöchigen Blockade den Weg für Sanktionen gegen Belarus. Zypern zog sein Veto zurück. Darüber hinaus droht Brüssel der Türkei weiterhin mit Sanktionen.

Nach wochenlanger Blockade hob die EU das letzte Hindernis für Sanktionen gegen belarussische Beamte gegen Präsident Alexander Lukaschenko auf. Die Sanktionen betreffen 40 Personen, denen vorgeworfen wird, Wahlen manipuliert und friedliche Proteste in Belarus unterdrückt zu haben, teilten Diplomaten auf dem EU-Gipfel in Brüssel in dieser Nacht mit. Im Moment wird Lukaschenko von Sanktionen befreit sein.

Zypern hat zuvor auf sein Veto bei geplanten Maßnahmen verzichtet. Das Land hatte die Genehmigung von der Bereitschaft der EU-Partner abhängig gemacht, Strafmaßnahmen gegen die Türkei für ihre Gasexploration in den umstrittenen Gewässern des östlichen Mittelmeers zu ergreifen.

Laut dem Vorsitzenden des Rates, Charles Michel, sollten die Sanktionen sofort wirksam werden. Nach der Einigung sollte sofort ein schriftliches Verfahren für die formelle Entscheidung folgen, sagte Michel nach dem ersten Tag des EU-Sondergipfels auf einer Pressekonferenz. Dies ist ein klares Signal für die Glaubwürdigkeit der EU. Kommissionsleiterin Ursula von der Leyen fügte hinzu, sie sei froh, dass der Weg für Sanktionen endlich frei sei.

Scharfe Warnung für die Türkei

Nach mehrstündigen Gesprächen einigten sich die Teilnehmer des Gipfels auf ein starkes Zeichen der Solidarität mit Zypern und Griechenland sowie auf eine scharfe Warnung an Ankara, dass Sanktionen bedroht sein könnten, wenn die Erdgasbohrungen fortgesetzt werden.

Der Streit mit Zypern war für die EU peinlich, zumal die vor Wochen angekündigten Sanktionen gegen Belarus bis zum Ende ausgesetzt wurden. Lukaschenko regiert seit 26 Jahren Weißrussland mit eiserner Faust. Offiziellen Berichten zufolge gewann er die Präsidentschaftswahlen am 9. August mit 80 Prozent der Stimmen. Seine schärfste Rivale Svetlana Tichanowskaja erreichte 10 Prozent.

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Aber die Opposition um Tichanovskaya erkennt das Ergebnis nicht an – ebenso wie Tausende ihrer Anhänger, die über Wahlbetrug sprechen und Lukaschenkos Rücktritt fordern. Die 27 EU-Mitgliedstaaten, einschließlich Zypern, lehnen die Wahlergebnisse in Belarus ab und fordern Neuwahlen.

Merkel spricht von “großem Fortschritt”

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnete die Resolutionen des EU-Gipfels als “großen Fortschritt”. Die verabschiedeten Sanktionen gegen die Anhänger des umstrittenen belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko sind “ein sehr wichtiges Signal”.

Es gab eine “lange, schwierige Diskussion” über die EU-Politik gegenüber der Türkei mit den Mitgliedstaaten Zypern und Griechenland, die sich mit der Türkei über die Gasexploration im Mittelmeer streiten. Sie wollen jedoch eine “konstruktive Agenda mit der Türkei – vorausgesetzt, die Bemühungen zur Verringerung der Spannungen schreiten voran”. Sie hoffte, dass es jetzt eine “Verhandlungsdynamik” mit der Türkei geben werde, auch im Hinblick auf die Flüchtlingspolitik und die Zollunion mit der EU, betonte Merkel.

Verschiebung bis zum Dezembergipfel

Spätestens auf dem Gipfeltreffen im Dezember muss die Lage im östlichen Mittelmeerraum erneut erörtert und eine Entscheidung über das weitere Vorgehen getroffen werden. Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, wenn der Dialog nicht fortgesetzt werde, seien restriktive Maßnahmen vorgesehen. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hatte bereits für eine härtere Linie gebetet und Sanktionen und den Abschluss der EU-Beitrittsgespräche mit der Türkei gefordert.

Am zweiten Tag des heutigen Gipfeltreffens in Brüssel werden die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sowie das 750-Milliarden-Corona-Hilfspaket im Mittelpunkt stehen. Im Zusammenhang mit den laufenden Gesprächen beschuldigte Parlamentssprecher Sassoli gestern zu Beginn des Gipfels die deutschen Verhandlungsführer, das Parlament inakzeptablen Druck zu setzen, weil er die Zahlung von Geldern mit der Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit verknüpfen will.

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Mit Informationen von Matthias Reiche, ARD-Studio Brüssel


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