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Europäische Kommission sagt, Deutschland hinkt bei der Eindämmung der Agraremissionen hinterher – EURACTIV.de

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Die Europäische Kommission wies auf die mangelnden Fortschritte Deutschlands bei der Reduzierung der Emissionen durch die Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hin. Auch Branchenverbände sind der Meinung, dass die aktuellen Planungen nicht auf der Höhe der Zeit sind. EURACTIV Deutschland berichtet.

Obwohl die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft in Deutschland gegenüber 1990 um 19 % zurückgegangen sind, hat sich die Menge in den letzten zwei Jahrzehnten stabilisiert. Kommissionsdokument erklärt.

Deutschland solle in seinem nationalen Strategieplan, der dem Gremium bis Ende des Jahres vorgelegt werden soll, substanzielle Emissionen und CO2-Reduktionen vorantreiben, heißt es weiter.

Sogenannte Umweltprogramme – Anreize für freiwillig umweltfreundliche Landwirte – und „Agrar-Umwelt- und Klimamaßnahmen“ (AECM) bieten das Potenzial, in der kommenden Förderperiode Klimamaßnahmen mit GAP-Mitteln voranzutreiben.

Während der Umweltprogrammkatalog bereits in den im Juni vom Bundestag verabschiedeten Gesetzen verankert ist, fällt die Ausgestaltung des AECM primär in die Zuständigkeit der Bundesländer, deren Pläne noch in der Umsetzung sind.

Emissionsminderungspotenzial

„Wir müssen diese Emissionen reduzieren, kompatibel mit 1,5 Grad, aber das geht nur mit einer Agrarpolitik, die auch in diesem Sinne funktioniert“, sagte Xenia Brand vom Deutschen Bauern-Arbeits-Verband (AbL) gegenüber EURACTIV Deutschland.

„Dazu gehört für uns auch die Förderung des Weidebaus, denn die Erhaltung von Staudengrünland ist aufgrund ihres hohen Kohlenstoffgehalts eine Klimaschutzmaßnahme“, fügte sie hinzu.

„Von den sieben Umweltverordnungen wirken sich nur wenige positiv auf das Klima aus“, sagt Christian Reimer von der Umweltorganisation BUND. Er fügte hinzu, dass die wirksamsten Vorschriften diejenigen sind, die den Schutz von Grünland- oder Agroforstsystemen verbessern.

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) hat immer wieder auf das Potenzial der Landwirtschaft zur Eindämmung der Folgen des Klimawandels hingewiesen.

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„Land- und Forstwirtschaft bleiben die wichtigsten Säulen, um langfristig negative CO2-Emissionen zu verursachen“, sagte DBV-Generalsekretär Bernard Kruskin Ende Juni zur Verabschiedung des revidierten Klimaschutzgesetzes.

„Dafür müssen die Landwirte im Bereich des Humusaufbaus politisch unterstützt und diese Klimaleistung entsprechend entlohnt werden“, fügte er hinzu.

Das Klimaschutzgesetz legt sektorale Ziele zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen für verschiedene Wirtschaftszweige fest, die mit den im Juni verabschiedeten Novellen verschärft wurden. In der Landwirtschaft werden die Emissionen bis 2030 auf 56 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent gegenüber 1990 reduziert.

„Land- und Forstwirtschaft sind die einzigen beiden Wirtschaftszweige, die Kohlenstoff natürlich speichern können“, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner bei der Verabschiedung des Gesetzes.

Dies sei besonders wichtig, weil in der Land- und Forstwirtschaft als Teil des biologischen Systems kein emissionsfreier Betrieb möglich sei. “Um die Ziele zu erreichen, sind flankierende Maßnahmen und Finanzierungen notwendig.”

Schutz und Wiederherstellung von Mooren

Doch die deutschen Pläne zur Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik sahen laut Christian Reimer kein Geld vor, um klimasenkende Maßnahmen wie die Renaturierung von Mooren, die Speicherung von Kohlenstoff oder die Reduzierung des Viehbestands voranzutreiben.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten der Arbeitskreis Landwirte und der Deutsche Naturschutzring eine Neubewertung der Umweltauswirkungen des GAP-Strategieplans. Dies muss als Beitrag zur Umsetzung des revidierten Klimaschutzgesetzes und des Klimaschutzplans 2030 erfolgen.

Als Klimaschutzmaßnahmen sollten nach Ansicht der beiden Organisationen verstärkt auf die Reduzierung der Tierzahlen und eine „ausreichende Finanzierung von Torfbodenrückbefeuchtungsmaßnahmen“ geachtet werden.

Der Ausschuss weist in seinem Dokument auch auf die Bedeutung von Mooren als Kohlenstoffspeicher hin und empfiehlt Deutschland, „den Schutz kohlenstoffreicher Böden durch Rehydratisierung und Renaturierung von Torfmoorflächen und Feuchtgebieten“ zu fördern.

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Anfang des Monats hat das Bundesumweltministerium eine nationale Strategie zum Schutz von Mooren vorgelegt, die nach Angaben des Ministeriums den Schutz intakter Moore sowie die Wiederherstellung und nachhaltige Bewirtschaftung entwässerter Moore sicherstellt.

Aber Verbände und Opposition kritisierten die Strategie, weil sie nicht von der gesamten Regierung übernommen, vor allem nicht mit dem Landwirtschaftsministerium abgestimmt wurde.

„Erstens müssen wir die Moore rehydrieren, aber zweitens müssen wir auch sicherstellen, dass die Menschen in den rehydrierten Gebieten noch Landwirtschaft betreiben können“, sagte Reemer. Landwirte, deren Moore nicht mehr bewirtschaftet werden können, brauchen eine angemessene Entschädigung.

Klimaschutzbonus

Für den Erfolg der Verfahren seien, so Romer, ausreichende Mittel und “umfassende Beratungen” notwendig. “Dies ist eine Notwendigkeit, die von der GAP fast nicht berücksichtigt wurde”, fügte er hinzu.

DBV-Stellvertretender Generalsekretär Udo Hemmerling kommentierte die Moorschutzstrategie: “Allerdings müssen alle Konzepte zur Wiedervernässung freiwillig und mit der lokalen Bevölkerung entwickelt werden.” Er fügte hinzu, dass landwirtschaftliche Betriebe eine langfristige wirtschaftliche Perspektive brauchen.

Auch im Hinblick auf den GAP-Strategieplan fordert der DBV eine stärkere Stärkung der Grünlandbewirtschaftung im Rahmen von Umweltkarten. So könnte beispielsweise ein Grünland-Klimabonus angeboten werden, um “die Kohlenstoffsenke für die Landwirtschaft zu belohnen”, sagte Hemmerling gegenüber EURACTIV Deutschland.

Laut EU-Kommission sind die Treibhausgasemissionen aus Grünland trotz rückläufiger Tendenz in Deutschland so hoch wie in keinem anderen EU-Land. Der Nationale Strategieplan sollte daher ein weniger intensives Weidelandmanagement fördern, so der Ausschuss.

[Edited by Alice Taylor]

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